1 Strang Wolle – 2 unterschiedliche Socken ? 

Ist Euch das auch schon passiert und ihr habt Euch gewundert oder vielleicht sogar geärgert? 
Bei diesem Thema scheiden sich die Geister wie man so schön sagt. Es gibt viele Sockenstrickerinnen, die es gerade toll finden, wenn nicht beide Socken gleich aussehen (manchmal ist der eine heller als der andere oder Sprenkel sind, anders verteilt). Andere wiederrum möchten, dass der rechte, so aussieht wie der linke Socken – vielleicht auch weil es ein Geschenk sein soll. 
Nachfolgende Ausführungen ist meine persönliche Ausführung zu diesem Thema. Andere Handfärberinnen sehen diese vielleicht anders 😊. 
1.      Ich persönlich färbe die Stränge nicht unter der Maßgabe das daraus zwingend Socken entstehen müssen. Selbst „Sockenset’s“ müssen nicht Socken werden. 
2.      Es gibt verschiedene Färbetechniken und jeder Handfärber entwickelt seine eigene Art und Weise die Wolle zu „Bemalen“. 
Warum aber entstehen die Unterschiede ? Je nach Technik nimmt der Wollstrang die Farbe an der „Außenseite“ mehr auf als an der „Innenseite“. Das bedeutet, dass beim Abwickeln zum Knäul zuerst die dunkle Seite (außen) aufgewickelt wird und nach und nach die helleren Stellen. Beginnt man jetzt damit  den ersten Socken zu stricken, so wird dieser heller erscheinen als der Folgende . Strickt man keine Socken, sondern zum Bsp. ein Tuch, kann dieser „Farbverlauf“ gerade großartig aussehen. 
Was kann man tun, wenn man dies vermeiden möchte ? 
1.      Man kann gleichzeitig – auf einer Rundstricknadel 2 Socken stricken – wie das geht ? Schaut bitte auf YouTube Bsp. bei Sylvie Rasch, sie hat das wunderbar erklärt. 
2.      Oder aber, ihr wickelt ca. 50 Gramm vom vorhandenen Knäul als neues Knäul wieder auf. Damit haben beide Knäule jetzt den gleichen Farbverlauf. 
Fazit: Schaut Euch den Strang der als „Sockenwolle“ dienen soll genau an, wie ist der Farbverlauf von außen nach innen . Gibt es größere Unterschiede so ist es wahrscheinlich, dass die Socken eher einen größeren Farbunterschied aufweisen. Danach könnt ihr Euch – je nach Vorliebe – für die eine oder andere Methoden entscheiden. 


 

Pilling (Knötchenbildung) bei (hand)gestrickten Kleidungsstücken – was kann man tun?

Als Pilling bezeichnet man die kleinen Faserknötchen, die sich an der Oberfläche von Kleidungsstücken aus Wolle bilden. Sie entstehen durch lose Faserenden, die sich aus der Wolle lösen und durch mechanische Reibung entstehen dann die kleinen Faserknötchen.

Insbesondere an besonders beanspruchten Stellen wie Achseln und Innenseiten von Armen entstehen diese kleinen Knötchen. Aber „Pilling“ ist ein optisches Qualitätsproblem und sagt nichts über die Qualität der Wolle aus.

Was kann man tun, um die Knötchenbildung zu verringern (100% vermeiden ist nicht möglich) ?

-          Handwäsche oder Wollwaschgang in der Maschine

-          keine anderen Kleidungsstücke z.Bsp. mit Reißverschlüssen o.ä. zusammen mit dem Strickstück        waschen

-          beim Waschen auf links drehen

-          kein Weichspüler und  ein mildes Wollwaschmittel benutzen

-          wenig Schleudern, kein Trockner

Welche Wolle neigt besonders zum Pilling? 

Mohair und Merinowolle neigen eher zum Pilling als z.Bsp. Kaschmir oder Alpakawolle. 

Was tun wenn die kleinen Knötchen auftauchen?

Manchmal reicht eine einfache Fusselrolle oder Fusselbürste bereist aus um die Knötchen zu entfernen. Aber es gibt auch spezielle Fusselrasierer zum Entfernen der Knötchen. Manchmal wird auch der Einsatz eines normalen Rasierers empfohlen. Hier rate ich jedoch davon ab, da es bei nicht sorgfältigem Einsatz schnell zu Verletzungen am Strickstück kommen kann. 

Kleinere Stellen können auch mit Hilfe eines Klebestreifens bearbeitet werden.

Fazit:

Jedes Kleidungsstück aus Wolle neigt mehr oder weniger zum Pilling. Die eine Wollsorte mehr, die andere weniger. Wichtig ist, möglichst zusätzliche Reibung z.Bsp. durch Tragen eines Rucksacks oder der direkte Kontakt des Sicherheitsgurtes vom Auto zu vermeiden. Pfleglicher Umgang beim Waschen und Trocknen helfen, die Strickstücke lange schön aussehen zu lassen.


Was ist eigentlich "SockSurprise" ?

SockSurprise gibt es einmal im Monat von mir. Ich suche mir dazu jedes Jahr einen Künstler/Künstlerin aus und verwende 12 Motive (für jeden Monat eins) dazu um die Wolle danach zu färben. Die "Überraschung" dabei ist, dass Ihr nur das Motiv mit den Farben seht, aber die eigentliche Wolle zeige ich nicht. Erst am 1. des Folgemonats wird der Strang veröffentlicht. Alle Abonnenten des Newsletters erhalten am 31. des Monats das Bild mit dem neuen Motiv und können entscheiden, ob die Farben gefallen. Es gibt immer nur eine begrenzte Anzahl an Strängen in verschiedenen Qualitäten. Ich biete jedoch an, wer - egal welches Motiv/Farbe - die "SockSurprise" jeden Monat haben möchte mir per Email schreibt und die Stränge sind dann sicher. Ihr könnt auch ein Sammelkörbchen anlegen und je nach Wunsch verschicke ich die Wolle dann alle 2 oder 3 Monate . Bei Fragen dürft Ihr Euch gern bei mir melden.

Warum ist Ringelsockenwolle teurer als normale Sockenwolle ?

Ja warum eigentlich ? Hier ein paar Informationen dazu :
1. Die Rohwolle (Basis ClassicSocks) ist im Einkauf fast doppelt so teuer wie ein herkömmlicher Strang.
2. Der Strang hat einen Umfang von 6 !!! Metern und es benötigt einige Hilfsmittel beim Färben. So habe ich mir z.Bsp. ein extra Gestell bauen lassen .
3. Die Stränge werden vor dem Färben von mir noch mehrmals zusätzlich abgebunden, damit es kein Unglück gibt.
4. Jeder Strang wird einzeln gefärbt. 

5. Nach dem Waschen und Trocknen, wickle ich den Strang auf ein kleines Gestell, von da aus kann ich einen "normalen" Strang haspeln.
Der manuelle Aufwand für die Ringelsockenwolle ist erheblich höher als für einen herkömmlichen Strang und deshalb einfach auch teurer. Ihr spart Euch im Gegenzug allerdings das Vernähen endlos vieler Fäden 😊.

Sockblanks im Test

Teil 1

 Zusammen mit der lieben Mely @schmettlanie_loves teste ich gerade „Sockblanks“ für Euch. Was sind „Sockblanks“ überhaupt. Genau übersetzt heißt es „Sockenrohling“. Es handelt sich hierbei um einen vorgestrickten Schlauch oder Schal der entweder einfädig gestrickt wurde oder mit doppeltem Faden. In der ersten Runde haben wird den doppelt gestrickten Sockblank getestet. Die Garnbasis für die Sockblanks ist ein Sockengarn 4ply in der Zusammensetzung 75 % Schurwolle (Merino)/ 25 % Nylon mit einer Lauflänge von 420 Metern. Für den Sockenrohling wurden 100 Gramm Wolle verstrickt.
Während Mely direkt vom Sockblank gestrickt hat (2 Socken auf einmal) habe ich zuerst den Schal aufgeribbelt und 2 gleiche Knäule erhalten. Das gleichzeitige Ribbeln der 2 Fäden ging sehr flott von der Hand und hat keine Schwierigkeiten bereitet. Ich stricke jetzt jede Socke einzeln, wie bei einem herkömmlichen Strang

 

Teil 2

 Weiter geht es mit dem Test der Sockblanks.
Nachdem ich 2 Knäule gewickelt habe stricke ich nun ganz normal die Socken einzeln. Einfach ohne Muster um zu sehen, wie sich das Strickbild entwickelt. Was mir bisher gut gefällt, dass tatsächlich zwei gleich Socken entstehen. Das Strickbild sieht im Moment noch etwas rustikal aus. Ich bin gespannt wie sich das nach dem Waschen verhält. Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 2,75. 

Teil 3

Der Test mit den Sockblanks "double" ist beendet. Beide Socken sind fast identisch geworden. Das Strickbild was anfangs etwas "rustikal" wirkte hat sich nach dem Waschen geglättet. 
Fazit: Vorteil von Sockblanks die doppelt gestrickt sind ist, dass man tatsächlich 2 identische Socken erhält. Wer möchte kann sich das aufribbeln sparen und beide Socken gleichzeitig stricken. Oder aber man wickelt sich vorher 2 Knäule ab - was problemlos funktioniert hat - und strickt wie mit herkömmlicher Wolle auch. Ich würde empfehlen eine Nadelstärke kleiner zu wählen als die man sonst verwendet.  Ich danke Mely herzlich, dass sie für mich den Test mit gemacht hat. Ihre Erkenntnisse könnt ihr unterem ihrem Instagramaccount @schmettlanies_love lesen.